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maschinenbau

Der Neubau eines Kulturforums in Kubatur und rekonstruierter Fassade des zerstörten Berliner Stadtschlosses (und darum handelt es sich - einen Wiederaufbau kann man das nicht wirklich nennen) scheint auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach allem Geplänkel um Konzept, Architektenentwurf, Kosten und eventuelle Einsparungen an Fassade oder Kuppel halte ich das, obwohl ich im Prinzip für den Bau bin, für keine schlechte Idee. Dass dieses Projekt für weniger als eine Milliarde Euro zu realisieren sein soll, hat ja zum Schluss ohnehin niemand mehr geglaubt, und besser, es kommt erst einmal eine schicke Zwischennutzung als eine uninspirierte Betonschachtel.

Meine persönliche Idee für den Wiederaufbau wäre übrigens gewesen, die Außenfassaden alle minutiös zu rekonstruieren und dafür über den gesamten Innenraum ein möglichst stützenfreies gläsernes Flachdach zu ziehen. Innendrin dann die Möglichkeit, mit Mitteln des Messe- und des Bühnenbaus projektbezogen Wände, Zwischenetagen und Kulissen einzuziehen. Eine große, frei bespielbare Kulturmaschinenschachtel, ein preußisches Centre Pompidou, mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Norman Fosters »Tankstellendach«-Entwurf für den Reichstag. Am besten durchgehend geöffnet, so dass nachst durch die Gebäudehaut von Barock und Renaissance bunte Lichtfetzen nach draußen dringen. Natürlich fragt mich keiner und wäre das Ganze viel, viel teurer als eine Milliarde. Aber es wäre immerhin eine Aussage.

Ansonsten übrigens, beim Thema bleibend: Go Elbphilharmonie! Was der Oper von Sidney Konkurrenz machen soll, das darf wie diese selber ruhig fast unbaubar, sauteuer und stark verspätet sein. Über die Jahrzehnte wird das dem Gebäude einen Nimbus verleihen, den ein pünktlicher und kostengünstiger Bau nie hätte.
7.6.10 23:56


in eigener sache

Ich habe mir einen Stalker eingefangen, daher ist die Kommentarfunktion ab jetzt deaktiviert. Da sie ohnehin fast nicht genutzt wurde, sollte das kein großer Verlust sein, meine E-Mail-Adresse ist ja auch den meisten Leuten bekannt.
6.6.10 18:40


Man kann von der die berühmt-berüchtigten stieseligen Prinzipienreiterei im deutschsprachigen Usenet und verwandten lang etablierten Netzbiotopen halten was man will - aber Leute, die nicht ihren vollen Namen als Absender verwenden, keine Großbuchstaben oder Zeilenumbrüche benutzen und Antworten grundsätzlich über ein Vollzitat der beantworteten Nachricht setzen, sind tatsächlich meistens etwas unkonventionelle bis problematische Charaktere. So viel institutionelle Weisheit muss man dem Ganzen lassen.
6.6.10 14:29


zum horst

Es gibt Leute, die steif und fest überzeugt sind, ausnahmslos alle Kriege würden aus demselben Grund geführt. Auf der rechten Seite des politischen Spektrums wird als dieser Grund gerne Bevölkerungsdruck gesehen. Zwei der bekanntesten Werke, in denen diese Idee vertreten wird, sind »Mein Kampf« und "Starship Troopers".
Auf der linken Seite sind der Grund gerne »wirtschaftliche Interessen«. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit zwei linken SupermarburgerInnen, die davon überzeugt waren, im Kosovo müsse es ja »irgendwas« geben, sonst hätte sich die NATO da nie eingemischt. Auch die These, in Afghanistan gäbe es »irgendwas«, hält sich hartnäckig, wenn auch der ehemalige UNO-Sonderbeauftragte dazu nur lapidar sagen kann, da gäbe es überhaupt nichts zu holen, und die Bodenschätze, von denen manchmal die Rede ist, für ein Land dieser Fläche nicht spektakulär groß sind.
Und dann kommt da tatsächlich ein Bundespräsident und sagt, dass »im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern.« Den beiden Kneipen-KriegstheoretikerInnen ist das sicher Wasser auf ihre Mühlen.
Aber wie ist das denn nun? Sind das, was Köhler da meint, wirklich die »wirtschaftlichen Interessen« bzw. »Kapitalinteressen« der monokausalen Linken?
Der Bundeshorst spricht in dieser Interviewpassage ausschließlich von Interessen des Handels, nicht von denen der Industrie oder des Dienstleistungsgewerbes. Es geht darum, dass Handel sichere Wege braucht und stabile politische Verhältnisse, dass Deutschland hieran ein Interesse hat und diese Interessen auch militärisch durchsetzen kann und muss.
Handel ist, auch wenn das viele nicht glauben, der effektivste Kriegsverhinderer, den es gibt. Die Konflikte zwischen den USA und China oder Russland und Westeuropa, die regelmäßig für die Zukunft an die Wand gemalt werden, wird es solange nicht geben, wie zwischen diesen Partnern massiv gehandelt wird. Die angeblich unvermeidlichen Kriege um Wasser lassen seit Jahrzehnten auf sich warten; Wasserkonflikte führen nicht zu Kriegen, sondern sie werden in Tauschgeschäften beigelegt. Länder, die beide McDonald's-Filialen haben, führen in der Regel keine Kriege miteinander.
Solange Köhler wirklich nur die Sicherung des Freihandels gemeint hat und nicht, Zugänge zu Märkten oder Rohstoffen mit Gewalt herzustellen, hat er selbstverständlich Recht. Nicht nur Deutschland oder die Deutschen, sondern jeder einzelne Mensch hat ein Interesse daran, dass der weltweite Handel funktioniert. Die Durchsetzung dieses Interesses, durch Bekämpfung von Piraterie oder auch die Stabilisierung von Regionen, durch die Landrouten mit aktueller logistischer Bedeutung führen (ob der Afghanistaneinsatz hierunter fällt, ist meiner Meinung nach allerdings fraglich), ist simple Weltinnenpolitik.

Wenn auch der Rücktritt übertrieben war, halte ich Köhlers Entrüstung daher für durchaus berechtigt. Feststellen, dass gerade die Deutschen in hohem Maße von dem auch militärisch und paramilitärisch gestützten Zustand profitieren, dass der Welthandel überwiegend reibungslos läuft, und sich an dieser Stützung daran auch beteiligen mögen, ist etwas anderes als zu fordern, die Bundeswehr solle Krieg für Konzerne führen.
3.6.10 16:20


GNOME 3 soll zuhandener werden: Seth Nickell bringt Heidegger und UI-Design zusammen (PDF).
2.6.10 17:29


junge medientheorie 1986

Als ich klein war, sah ich eigentlich jede Woche alle drei Ziehungen der Lottozahlen, die es damals gab, im Fernsehen und war von dem Ritual mehr als fasziniert. Einmal fragte ich dann meine Mutter, wie es das Fernsehen denn hinbekomme, dass diese Maschine immer genau die Zahlen ziehe, die bei der »echten« Ziehung der Lottozahlen, die es ja zweifellos geben müsse, vorher bestimmt worden seien. So vollkommen überzeugt war ich, dass im Fernsehen nichts Unvorhersehbares und Ungeplantes passiert, nicht einmal das Erzeugen von Zufallszahlen.
2.6.10 14:23


nur bei uns

Dass jemand, der zwar nicht blöd ist, aber den eigentlich alle halbwegs vernünftigen Leute für lächerlich und durchgeknallt halten, eine Art Anhängerschaft um sich schart und eine autoritäre, auf einem archaischen Ehrbegriff begründete Organisation aufbauen möchte, ist ja bekanntlich nicht ganz unmöglich. Vor allem nicht in Deutschland, und in Marburg am allerwenigsten. Aber schon immer wieder überraschend, wenn es passiert.
30.5.10 02:54


Wie bekommt man ein weißes Hemd sauber, das von oben bis unten mit kleinen Rotweinspritzern übersät ist?
23.5.10 02:13


Was mache ich hier eigentlich?
14.5.10 02:00


und sonst so?

Montag vor einer Woche war ich bei einer Informationsveranstaltung zum Planungsstand für neuen Campus und UB. Ich habe wenig Neues erfahren, das Interessanteste war noch der Vortrag des Hydrologen. Unterhaltsam bis nervig dagegen die aufgescheuchten bis kopflosen »kritischen Stimmen«, denen man anmerkte, dass sie nicht nur schlecht informiert waren, sondern vor lauter Aufregung auch gar nicht richtig rezipieren konnten, was an die Leinwand geworfen wurde.
Dass der Alte Botanische Garten in Gänze als Denkmal erhalten bleibt und sich durch die Abrisse die gesamte Grünfläche sogar vergrößert, wollen einige einfach nicht glauben. Was ich gelernt habe: Wenn man Bauprojekte vorstellt, muss man immer auch den direkten Vergleich zum Status quo durch deckungsgleiche Folien bieten können, sonst können sich die Leute nicht vorstellen, was wo ist. Unterteilungen von Schutzflächen in Untersegmente durch irgendwelche Linien sollte man unterlassen, weil es immer jemanden geben wird, der das für die Abgrenzung von Bauparzellen hält.
Besonders unappetitlich übrigens die von mir am selben Tag wahrgenommene »Berichterstattung« zum Thema in der AStA-Zeitung. Wenn man ihr glauben darf, bilden Campusneubau und DVAG-Neubauten ein gemeinsames Gentrifizierungskonzept, das die Nordstadt zu einem nachts menschenleeren Schickimicki-Ghetto mit katastrophalen Verkehrsverhältnissen machen wird, in dem das selbstverwaltete Wohnheim Bettenhaus den einzigen Leuchtturm bildet. Und Nordstadtbewohner wie ich einer bin, sind, wie ich gelernt habe, bereits jetzt zu arm um in dem Feinkostladen unten im DVAG-Parkhaus einzukaufen.

Am Samstag Konzert, Hellsongs im KFZ. Man muss sich das so vorstellen, dass Joni Mitchell loungige Interpretationen von Metallica, AC/DC, Iron Maiden oder Judas Priest spielt (»the softest metal band in the world«), begleitet von Bruce Hornsby und ein paar Schweden. Sehr empfehlenswert.

Gestern Demonstration gegen Mittelkürzungen an den hessischen Hochschulen. Sprechchöre und venezolanischen Kampfska halte ich zwar für strukturelle Gewalt, aber sonst war es ganz okay.

Heute aus gegebenem Grund mal wieder bei einer Fachschaftssitzung gewesen. Ich befürchte, ich schaffe da noch mein Zehnjähriges. Immerhin verschafft sich die Fachschaft jetzt endlich mal eine Homepage im Uni-CMS, was die Pflege erleichtern dürfte.
12.5.10 20:16


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